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27. Januar 2012 / gbehrendt

Hausanbieter im Internet: Vorsicht bei vollmundigen Versprechen

djd/Bauherren-Schutzbund

Gelegentlich mehr Schein als Sein

(djd/pt). “Stein auf Stein massiv gebaut”, “Energiesparhaus”, “solide Baukonstruktion”, “Nutzung alternativer Energien”: Viele Schlagworte, mit denen Hausanbieter im Internet werben, haben keine echte Aussagekraft. Wer das Internet als Informationsquelle für einen geplanten Hausbau nutzt – laut einer Umfrage des Bauherren-Schutzbund e. V. (BSB) sind das heute 65 Prozent der Bauinteressierten – muss also genau hinsehen.

Teils große Informationsdefizite

Die Verbraucherschutzorganisation BSB hat rund 100 Internetauftritte bundesweiter und regionaler Hausbau-Partner ausgewertet. 75 Prozent der Anbieter lieferten der Studie zufolge wichtige Informationen über das Unternehmen, um Transparenz und Vertrauen beim potenziellen Kunden zu schaffen. 25 Prozent enthielten dagegen neben der Adresse kaum Informationen oder schmückten sich vor allem mit fremden Federn, indem sie in erster Linie etablierte Marken aus Baustoffindustrie und Haustechnik präsentierten.

Das größte Informationsdefizit bestand bei den Bau- und Leistungsbeschreibungen: Nur jeder fünfte Anbieter gab dazu im Internet ein Mindestmaß an Information, dazu zählen vor allem die Mitgliedsfirmen anerkannter Qualitätsgemeinschaften. Vollständige Bau- und Leistungsbeschreibungen veröffentlichten nur vier der 100 untersuchten Anbieter.

Vorsicht bei Aktionspreisen

Somit fehlte bei den weitaus meisten Anbietern die wichtigste Information, in der Leistungsumfang, Baukonstruktion, Art und Güte der Baustoffe und Baumaterialien, der energetische Standard, die Haustechnik und der Ausstattungsgrad verbindlich beschrieben sind.

Vorsicht geboten ist im Übrigen auch bei Aktionspreisen, mit denen 16 der untersuchten Anbieter offensichtlich Preiskosmetik betrieben. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich daher bei der Auswahl Zeit nehmen und die Entscheidung auf der Grundlage mehrerer konkreter Angebote inklusive Bauvertrag und Leistungsbeschreibung treffen. Hilfe bei der Prüfung und einen Firmencheck bietet der BSB als Mitglied im Verbraucherzentrale Bundesverband an. Unter www.bsb-ev.de gibt es mehr Informationen.

“Sorglos-Pakete” oft Augenwischerei

Jeder vierte vom Bauherren-Schutzbund e. V. untersuchte Anbieter offerierte “Sorglos-Pakete”. In Form von “Schutzbriefen” und “Garantien” wird dem Kunden zusätzliche Sicherheit suggeriert. Doch die Studie kam zu dem Ergebnis, dass es sich dabei meist um Mogelpackungen handelt. Oft sind es nur übliche Vertragsklauseln wie die Einhaltung der Bauzeit, Festpreisgarantie, Abschlagszahlungen nach Baufortschritt und gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsleistungen oder sogar teilweise ungeeignete Versicherungen, die zu einem “Sorglos-Paket” gebündelt werden.

 

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